Private-Equity-Investments haben sich in den vergangenen Jahren bei vielen strategisch denkenden privaten und semi-institutionellen Anlegern etabliert. Große professionelle Investoren haben die Vorteile direkter unternehmerischer Investments, die sich außerhalb des Börsengeschehens abspielen, schon lange erkannt und nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, Rendite zu generieren und das eigene Portfolio gegen die Schwankungsanfälligkeit anderer Anlageklassen abzusichern.

Der Blick auf die weltweiten Aktienmärkte hat bis vor kurzem noch Freude bereitet: Der deutsche Leitindex Dax ebenso wie die beiden amerikanischen Indizes Dow Jones und S&P 500 kannten nur einen Weg: nach oben. Allerdings wird die ordentliche Performance der Aktienmärkte von der Konjunkturentwicklung eingeholt. Nach dem guten Start in das Jahr musste beispielsweise die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal einen Dämpfer hinnehmen. Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zufolge schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt von April bis Juni um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Experten hatten ursprünglich eine positive Wirtschaftsbilanz prognostiziert, doch wie Sebastian Dullien vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung sagt, stehe „Deutschlands Konjunktur auf der Kippe“. Ein Umschwung ins Plus im kommenden Quartal werde immer unwahrscheinlicher.

 

Fonds erwerben in der Regel Mehrheitsbeteiligungen

„Aus diesem Grund ist es wichtig, sein Investmentportfolio mit alternativen Anlagen, die von kurzfristigen Markterscheinungen unabhängig sind, abzusichern. Private Equity-Fonds zählen dazu. Sie haben ganz andere Möglichkeiten als Aktienfonds beziehungsweise klassische Aktiendirektinvestments, Mehrwerte in den Unternehmen zu generieren, in denen sie investiert sind. Mit ihrer Expertise können Private Equity-Manager das Wachstum in den Unternehmen ankurbeln und neue Ertragspotenziale heben. Ihre Fonds erwerben in der Regel Mehrheitsbeteiligungen, die ihnen Einfluss auf das Unternehmen verschaffen. Mit Eingriffen in das operative Geschäft versuchen sie, den Unternehmenswert zu erhöhen. Der Blick auf die Indizes wird damit eher uninteressant“, sagt Moritz von Rhein, der bei der digitalen Vermögensverwaltung LIQID die Themen Private Equity und Kapitalmarktanalysen verantwortet. LIQID bietet unter anderem Investments in Private Equity-Fonds an, die jeweils wiederum in acht bis 15 Zielfonds investieren, die wiederum selbst in insgesamt mehr als 100 Unternehmen engagiert sind, und damit breit gestreute Investmentpotenziale eröffnen.

 

Laufzeit eines typischen Fonds beträgt zehn bis zwölf Jahre

Moritz von Rhein rät Investoren aber von Aktionismus ab. Anlageentscheidungen sollten gut überdacht werden. „Private Equity ist keine Anlageklasse wie jede andere. Immerhin sprechen wir dabei von Beteiligungen an Unternehmen, die nicht an der Börse gelistet sind, die also auch keine Aktien ausgeben, die ich mehr oder weniger hochflexibel kaufen und verkaufen kann. Private-Equity-Investments sind auf einen längeren Anlagehorizont ausgerichtet. Investoren binden ihr Geld, auch in einem Fonds. Sie erhalten ihre jährliche Rendite aus dem Produkt, aber ihr Kapital fließt zurück, nachdem der Fonds alle Beteiligungen veräußert hat. Die Laufzeit eines typischen Fonds beträgt zehn bis zwölf Jahre. Und wenn das angestrebte Fondsvolumen erreicht ist, wird der Fonds geschlossen. Das bedeutet, dass niemand mehr ein- oder aussteigen kann“, betont Moritz von Rhein. Daher sei es wichtig, dass Anleger in diesem Zeitraum auf ihr Kapital verzichten könnten.

 

Hohe Rendite erst nach einigen Jahren

Ebenso wichtig sei es zu wissen, dass die Investitionsphase bei Private-Equity-Fonds in der Regel vier bis fünf Jahre dauere. In dieser Zeit erhielten die Anleger meist keine Netto-Rendite. Das bedeute, dass es zwar trotzdem möglicherweise im dritten oder vierten Jahr bereits Ausschüttungen geben könne. Doch die Summe des noch einzuzahlenden Kapitals sei höher als die ersten Rückflüsse, so dass die starken Renditeaussichten der Fonds erst in der zweiten Hälfte der Laufzeit wirklich zum Tragen kämen.

Moritz von Rhein weist auch darauf hin, dass Anleger sich den Fondsanbieter genau anschauen sollten. „Verfügt ein Anbieter über ausreichend Expertise im Private-Equity-Segment und auf welche Fonds kann er zugreifen? Wie ist die Kostenstruktur und welche Laufzeiten und Rendite-Risikokennziffern werden für das Produkt prognostiziert? Und existiert vielleicht bereits ein nachvollziehbarer Track Record? Können diese Fragen positiv beantwortet werden, ist dies bereits ein Vorteil bei einer Investmententscheidung.“

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Stand
N/A
LIQID Private Equity
WKN:
Mindestanlage
200.000 EUR