Das Marktumfeld ist im abgelaufenen Jahr mehr als schwierig gewesen. Asset Manager benötigen daher Flexibilität und ein schnell reagierendes Anlagesystem, meint Martin Stürner im Interview.

 

Martin Stürner

                       

Was macht die Lage für das Asset Management aktuell so schwierig?

Stürner: Egal ob der Deutsche Leitindex Dax, der Euro Stoxx 50 oder die wichtigen amerikanischen Indizes Dow Jones und Nasdaq – sie alle verbuchten 2018 zum Teil deutliche Verluste. Ein flexibel und schnell reagierendes Anlagesystem ist auch bei Asset Managern nötig gewesen, um den Stolperfallen des Marktes auszuweichen. Eines lässt sich hier bereits festhalten: Eine starre, unflexible Investmentstrategie funktioniert in der heutigen Zeit nicht mehr. Wer sich auf ein einmal festgelegtes System mit einer fixen Interpretation und Gewichtung der Indikatoren verlässt, kommt häufig unter die Räder. Denn ein solches System birgt große Risiken, künftig Performance-Potenziale zu verschlafen oder gar Verluste einzufahren.

 

Wie sieht Ihre Strategie aus?

Stürner: Gründe, die Fondsstrategie stets zu überwachen und kritisch zu prüfen, gibt es viele. Wirtschaftliche und politische Situationen ändern sich permanent, sind in Bewegung und treten immer wieder in neuen Kombinationen auf, die auch die Börsen bis dato noch nicht kannten. Daher sollte sich die Anlagestrategie ebenfalls den Gegebenheiten anpassen können. Um ein dynamisches und flexibel agierendes System zu entwickeln, muss aber keineswegs das Rad neu erfunden werden. Wir investieren beispielsweise weltweit in die größten börsennotierten Unternehmen. Insgesamt sind zwei Stellschrauben für die Performance eines Fonds wichtig: die Aktienauswahl sowie die Steuerung der Aktienquote. Hierbei greift unser System auf einen bunten Strauß an Indikatoren zurück. Dazu zählen unter anderem makroökonomische Faktoren, Sentiment- oder Value-Indikatoren oder auch klassische Fundamentaldaten. Konkret sind zum Beispiel die Dividendenrendite, die Gewinndynamik eines Unternehmens oder auch die 200-Tagelinie als Indikatoren zu nennen.

 

Wo liegen dabei die wesentlichen Knackpunkte?

Stürner: Das Entscheidende ist zu erkennen, zu welchem Zeitpunkt welcher Indikator die größte Bedeutung hat und darauf entsprechend zu reagieren. Hatte beispielsweise vor einigen Jahren noch der Indikator Geldmenge eine große Bedeutung im System des Fonds, ist er im aktuellen Umfeld nur eine Randerscheinung. Künftig kann sich das auch wieder ändern. Auch die Fundamentaldaten von Unternehmen spielen in dem System derzeit eine eher untergeordnete Rolle. Markt- und Sentiment-Indikatoren dominieren eindeutig das Geschehen – ein Beleg für die hohe Volatilität an den Märkten. Für uns spielt zum Beispiel die regelmäßige Überprüfung der Gewichtung der Indikatoren eine wichtige Rolle. Täglich wertet das System tausende Daten aus, um schnell reagieren zu können. Dabei kommt auch Künstliche Intelligenz zum Einsatz. So kann die Aktienquote zwischen null und 100 Prozent variieren – und das theoretisch täglich.

 

Können Sie die Vorteile kurz erläutern? 

Stürner: Mittels des aktiven und flexiblen Strategieansatzes können auch schwierige Marktphasen wie zum Beispiel im zweiten Halbjahr 2018 gemeistert werden. Mit einer flexiblen Fondsstrategie kann man sich problemlos für turbulentere Zeiten an den Börsen gut positionieren und Chancen effizient nutzen, damit der Crash nach oben sowie nach unten vermieden wird.

 

Dieser Artikel erschien zuerst auf www.springerprofessional.de

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