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CAPinsideDigitalisierung & IT1 MIN LESEDAUER10.01.2019

Traden à la Robinhood: Neue App verspricht nur noch kleine Gebühren

Drei Berliner haben eine App entwickelt, die gebührenfreies Traden ermöglichen soll. Das amerikanische Modell Robinhood wurde mit einer halben Milliarde Dollar finanziert. Ob sich eine ähnliche Summe erzielen lässt?

Robinhood ist eine der wenigen hochkarätigen Startup-Ideen aus dem Silicon Valley, die in Europa noch keinen Nachahmer gefunden hat. Die unzähligen deutschen Gründer lassen sich gerne von amerikanischen Geschäftsmodellen inspirieren - ganz vorn dabei sind HelloFresh und Zalando. Das Berliner Start-up Trade Republic will das Robinhood-Modell jetzt in Deutschland verwirklichen. Die App soll freien Aktienhandel ermöglichen - und richtet sich vor allem an eine junge Zielgruppe.

Das 2013 gegründete amerikanische Modell hat mehrere Millionen Nutzer und konnte ein Gesamtinvestment von einer halben Milliarde einsammeln. Die Trader-Plattform soll im Februar starten, seit gestern ist die Warteliste offen. Laut Trade Republic besitzen sie eine Teilbanklizenz für den Wertpapierhandel, die Verwaltung der Kundengelder übernimmt die Solarisbank. Wie im US-Modell gibt es keine Provisionen für Aktientransaktionen und ETFs, sondern es wird eine "externe Kostenpauschale" von einem Euro pro Transaktion erhoben. Andere Online-Broker erheben zwischen 5 und 10 Euro bei Aktien.

Vor ihrer Markteinführung hatte die Trade Republic 6 Mio. € von Investoren bekommen, der strategische Investor Sino AG hatte dadurch die Mehrheit erworben. Das Düsseldorfer Unternehmen soll den Start des Fintech unterstützen soll. Laut Christian Hecker, einer der Gründer der neuen App, ist nicht ausgeschlossen, dass weitere Geldgeber hinzustoßen. Dies ist ein ungewöhnlich, da die Sino AG bereits eine Mehrheitsbeteiligung an dem Unternehmen hält. Für diese Entwicklungsphase braucht er aber den erfahrenen Partner, erklärt Hecker.

Das Berliner Unternehmen will auch mit einem kleinen Betrag, der bei jeder Transaktion auf Handelsplattformen anfällt, Geld verdienen. Bei einem 100-Euro-Trade beträgt diese ein paar Cent, so der Gründer. Die Betriebskostenhalten sich dank der Automatisierung in Grenzen. Derzeit arbeiten 25 Mitarbeiter für Trade Republic, ab Markteinführung wird das Personal weiter aufgestockt. Man hofft auf viele Kunden, denn nur dann das Modell erfolgreich sein.

Robinhood hat sich in den letzten Jahren auch auf ein massives Kundenwachstum verlassen, ein angedachtes Sparkonto mit einem Zinssatz von 3% wurde aber behördlich verboten. Berichten zufolge wagen sie nun den Schritt nach Europa, so dass Trade Republic bereits einen großen Konkurrenten fürchten muss. Allerdings sind bisher keine Expansionspläne der Robinhood-Plattform nach Deutschland bekannt.