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CAPinside2 MIN LESEDAUER22.05.2018

Unterschiedlicher Energieverbrauch bei Kryptowährungen

Zur vergangenen Jahreswende erreichte der Hype um Kryptowährungen bislang seinen Höhepunkt. Doch einige dieser Währungen verbrauchen mittlerweile einen beträchtlichen Teil des weltweit produzierten Stroms. Ist diese negative Entwicklung zu stoppen?

Flaggschiff Bitcoin unter Kritik

Bitcoin ist im Moment die größte Kryptowährung und hat der Blockchaintechnologie öffentliche Aufmerksamkeit beschert. Doch Bitcoin wird zuletzt auch immer mehr kritisiert, der Grund: hoher Stromverbrauch. Laut Alex de Vries, einem Experten in Sachen Kryptowährungen, beläuft sich der weltweite Energieaufwand mittlerweile in der Größenordnung der ganzen Tschechischen Republik. De Vries berechnet auf seiner Homepage einen geschätzten Energieverbrauch der Kryptowährung Bitcoin und vergleicht sie auch mit anderen Zahlungsmethoden: So verbraucht eine Bitcoin Transaktion ein Vielfaches an Strom im Vergleich zum Visa-Netzwerk. Mit dem Energieaufwand einer einzigen Transaktion ließen sich laut de Vries mehr als 30 US-Haushalte für einen ganzen Tag mit Strom versorgen. Auch wenn der Mann hinter diesen Berechnungen zugibt, dass es sich um Schätzungen handelt, seien die Zahlen so beängstigend, dass kleine Abweichungen egal seien.

 

Der Auslöser: Funktionsweise von Bitcoin

Hinter diesem großen Energieaufwand steht vor allem eines: das Mining. Mining nennt man das Schürfen virtueller Währungen. Dabei wird über den PC oder Laptop das Netzwerk unterstützt, indem der eigene Rechner kleine Rätsel löst – gelingt das einem Teilnehmer im Netzwerk, entsteht eine neue Währungseinheit und der Miner wird dafür belohnt. Wer sich daran beteiligt, muss auch Ausgaben wie Stromverbrauch und Anschaffungskosten für Grafikkarten im Blick behalten und wird daher möglichst oft und dauerhaft nach Kryptowährungen schürfen, um wirtschaftlich zu bleiben. Dieser Hintergrundmechanismus von Bitcoin und einigen anderen Kryptowährungen ist die Ursache für den steigenden Energiebedarf, man nennt das dabei wirkende Prinzip auch Proof of Work.

 

Mögliche Alternativen

Die Proof of Work Methode, abgekürzt PoW, ist aber nicht die einzige funktionierende Möglichkeit für Kryptowährungen. Die drittgrößte Kryptowährung XRP verfolgt zum Beispiel einen Weg ohne Mining – die Währungseinheiten wurden bereits in ihrer gesamten Auflagemenge hergestellt und müssen nicht mehr mit dem Energieaufwand der Nutzer hergestellt werden. Proof of Stake, kurz PoS, ist ein weiteres Beispiel für einen energieeffizienten Umgang mit Kryptowährungen: Das energieaufwendige Mining fällt auch hier weg, stattdessen erfolgt von den Teilnehmern ein Konsens darüber, welcher Teilnehmer den nächsten Block der Blockchain erzeugen darf. Das hängt für gewöhnlich von der Größe des Vermögens oder Verweildauer der Coins im Netzwerk ab. Ethereum, die zweitgrößte Kryptowährung, plant ein Umschwenken in diese Richtung. Andere Projekte wie NEO oder Stratis verwenden dieses Prinzip bereits, auch Variationen von diesem Mechanismus sind schon in Verwendung, zum Beispiel bei den Projekten Ark und Lisk – hier müssen User für das Generieren von neuen Blocks überhaupt keine Geräte dauerhaft ans Stromnetz anschließen.


Und zuletzt besteht auch für die größte Kryptowährung noch Hoffnung: Wenn Bitcoin sein sogenanntes Lightning Network befriedigend zum Laufen bringt, wird auch der Stromverbrauch der Währung drastisch reduziert werden. Dieses Netzwerk wird von den beiden amerikanischen Firman Blockstream und Lightning Labs und dem französischen Start-Up Acinq gemeinsam entwickelt. Dabei wird die Blockchain umgangen und direkte Bezahlkanäle zwischen Nutzern erstellt, die Transaktionen können anschließend in großer Geschwindigkeit durchgeführt werden, Mikrotransaktionen wären dann großflächig möglich. Bis dahin vergeht aber vermutlich noch etwas Zeit: Bereits 2015 kamen erste Gerüchte auf, laut denen das Lightning Network kurz vor der Fertigstellung sei, mittlerweile sind drei Jahre vergangen und das Netzwerk hat noch mit kleinen Wachstumsraten und einer zu hohen Fehlerquote bei Transaktionen zu kämpfen.