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Heino Reents2 MIN LESEDAUER01.10.2018

Warum Wandelanleihen immer mehr Investoren anlocken

Wer auf der einen Seite Kapitalschutz, auf der anderen Seite aber auch die Chance auf eine attraktive Rendite sucht, findet in Wandelanleihen eine interessante Anlagealternative. Und das Anlageuniversum wächst.

Sich zuspitzender Handelskonflikt, Sorge vor steigenden Zinsen oder einfach nur die Befürchtung, dass den Bullen an den Aktienmärkten die Luft ausgeht – das aktuelle Umfeld sorgt für eine zunehmende Unsicherheit der Investoren. Deshalb rücken Wandelanleihen verstärkt in den Fokus. Die Papiere sind eine Möglichkeit für Anleger, an steigenden Aktienmärkten zu partizipieren, ohne sich gleichzeitig dem Verlustrisiko dieser Asset-Klasse ungebremst auszusetzen.
Für viele Investoren bieten Wandelanleihen außerdem eine potenzielle Ergänzung, da sie im Gegensatz zu traditionellen Anleihen weniger stark von steigenden Leitzinsen beeinflusst werden und über ein positives asymmetrisches Risiko-Ertrags-Profil verfügen. Weiterer Vorteil: Wandelanleihen bieten Zugang zu Emittenten, die ausschließlich solche Anleihen als Finanzierungsinstrument nutzen. Darunter sind oft auch Small- und MidCaps, was zusätzlich zur Portfoliodiversifikation beiträgt.

Und das Anlageuniversum wächst stetig: Laut einer Erhebung des Analysehauses Absolut Research betrug das Gesamtvolumen der weltweit ausstehenden Wandelanleihen Anfang des Jahres rund 407 Mrd. US-Dollar. Die Hälfte hiervon lautete auf US-Dollar, dahinter folgten in Euro denominierte Anleihen mit einem Anteil von 23 Prozent sowie in chinesischen Renminbi beziehungsweise japanische Yen denominierte Bonds mit neun beziehungsweise sechs Prozent. Auch das bisherige Neuemissionsvolumen in diesem Jahr kann sich mit rund 75 Milliarden US-Dollar (Stand: August) sehen lassen.


Niedrigere Duration als Vorteil

Dass dem wachsenden Angebot auch eine immer größere Nachfrage gegenübersteht und die Wandler gerade jetzt immer mehr Zulauf von Investorenseite bekommt, ist kein Zufall: Durch das Wandlungsrecht, die im Durchschnitt gegenüber Unternehmensanleihen kürzere Laufzeit und die häufig zusätzlich vereinbarten Sonderkündigungsrechte liegt die Duration der Convertibles niedriger als bei klassischen Bonds, was zu einer geringeren Zinssensitivität führt.
In einem Umfeld zunehmender Volatilität am Aktienmarkt, könnten Convertible Bonds aber nicht nur deshalb für ausgewogene Anleger eine attraktive Beimischung sein. Denn steigen die Schwankungen am Markt, dann steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktie den Ausübungspreis der Call-Option erreicht. Und dann steigt der Wert der Call-Option.

 


Wandler schlagen Aktien und Anleihen

Die Attraktivität der Anlageklasse zeigt auch der Blick auf die Performance. In den vergangenen 15 Jahren konnten Wandelanleihen laut Auswertung von Absolut Research eine durchschnittliche Rendite von 6,5 Prozent pro Jahr erzielen. Globale Aktien lagen im selben Zeitraum bei annualisiert 8,2 Prozent, Anleihen bei 3,7 Prozent. Allerdings lagen Wandelanleihen mit einer Volatilität von 9,3 Prozent und Maximalverlusten von -38 Prozent deutlich unter den Risikokennzahlen globaler Aktien (12,9 beziehungsweise -51,4 Prozent). Das bedeutet: Risikoadjustiert war die Performance der Convertibles besser als die der Aktien.

Weil die Produkte im Detail aber durchaus kompliziert sind, lohnt es sich, das Management Profis zu überlassen. Denn zum einen weisen Wandelanleihen oftmals eine hohe Stückelung von 100.000 Euro und mehr auf. Um die nötige Streuung zu erreichen, benötigt man ein dementsprechend großes Portfolio. Und zum zweiten steht und fällt ein Engagement mit der Bonität des Unternehmens. Schließlich greift die Schutzfunktion einer Wandelanleihe nur, wenn der Emittent nicht Konkurs geht. Und zu guter Letzt sind die Anleihebedingungen oft sehr unterschiedlich ausgestaltet. Dies erfordert ein genaues Studium des Prospekts und spricht ebenfalls dafür, bei der Auswahl auf einen erfahrenen Spezialisten zu vertrauen.