Der Markt für digitale Versicherungen gehört zu einem der am schnellsten wachsenden und vielleicht interessantesten Bereiche der FinTech Branche. Während in Amerika bereits seit einigen Jahren auf höchster Ebene mit den digitalen Versicherungen gearbeitet wird, haben sich in Deutschland verschiedenste Start-Ups mit ganz unterschiedlichen Strategien entwickelt. Inzwischen gehen manche von ihnen in erfolgreiche Finanzierungsrunden und können auch internationale Partner für ihre Expansion gewinnen, scheitern andere neugegründete Unternehmen an den mitunter hohen Kosten für die Akquisition. Experten sehen trotzdem Möglichkeiten für ein großes Wachstum.
 

Deutsche Start-Ups ebnen den Markt für digitale Versicherungen

Es ist keine neue Entwicklung, dass immer mehr digitale Unternehmen die Anteile von großen Dienstleistern wie Versicherern und Banken übernehmen. Nicht zuletzt waren es die Konzerne in dieser Branche, die den Einstieg in das Internet verpasst oder verspätet begonnen haben. Die Start-Ups in diesem Bereich bieten daher Innovationen und Komfort für den Kunden an. Allerdings sind es vor allem zwei große Namen in Deutschland, die ihre Marktanteile in den letzten Jahren weiter ausbauen konnten. Die Online-Makler Clark und Schutzklick mit Sitzen in Frankfurt und Berlin sind die großen Namen, die in den vergangenen Jahren neue Kunden werben konnten und strategische Partnerschaften entwickelt haben.

Die digitale Versicherungsbranche ist neu und bietet verschiedene Ansätze, die für Unternehmen und Investoren im gleichen Maße interessant sein können. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel die Vermittlung von Versicherungen. Beim Kauf von Produkten im Internet oder der Beratung für neue Dienstleistungen können Versicherungsdienstleister direkt mit den E-Commerce-Präsenzen zusammenarbeiten. So bietet Schutzklick den Händlern zum Beispiel eine Schnittstelle an. Für jede vermittelte Versicherung in der Zusammenarbeit mit den Shops erhält das Unternehmen eine ganz normale Provision. Inzwischen arbeitet man jedoch offen mit dem Allianz-Konzern zusammen und bietet keine Informationen über tatsächliche Versicherungen oder Kundenzahlen mehr an. 

Clark hingegen fungiert als ein Ersatz für den klassischen Makler. Über die App des Anbieters können sich Kunden auf die Suche nach Versicherungen machen und dabei die Preise und die Leistungen mit wenigen Klicks miteinander vergleichen. Gleichzeitig ist eine Verwaltung der verschiedenen Policen über eine App möglich. Das spart dem Nutzer Zeit und auch Clark erhält natürlich entsprechend der abgeschlossenen Versicherungen eine entsprechende Provision von den Anbietern.

 

Die Wachstumschancen im Markt der digitalen Versicherungen

Tatsächlich überzeugen die Anbieter mit ihren Zukunftsprognosen vor allem dadurch, dass sie nun in mehreren Investitionsrunden Geld von renommierten Geldgebern einsammeln konnten. So ist nun zum Beispiel eine Expansion auf die asiatischen Märkte möglich. Dabei verfolgen beide Anbieter das gleiche Modell: Sie sehen sich als Lieferant für Technologien und wollen dabei nicht selbst in das Geschäft mit den Versicherungen einsteigen. Durch die Zusammenarbeit mit großen Partnern aus der Branche herrscht auf dem Markt kein Verdrängungskampf, sondern eher die Stimmung von Investitionen und Ausbruch. Das zeigt sich zum Beispiel durch die Zusammenarbeit mit dem Konzern Rakuten und die damit verbundene Expansion auf den asiatischen Markt.

Alles in allem hält der Bereich der digitalen Versicherungsdienste noch viele Möglichkeiten bereit. Die Experten sehen hier auch Potential für mehrere neue Anbieter, die den Markt weiter beflügeln könnten. Es bleibt spannende mit den kleinen deutschen Startups, die sich inzwischen zu wichtigen Spielern auf dem internationalen Parkett mit dem Handel von Versicherungen entwickelt haben.