Börsenregel: sell in May and go away - but remember to come back in September

Die Börsenregel „Sell in May and go away, but remember to come back in September“ ist bei vielen Anlegern bekannt. Doch diese Regel ist fast so alt wie die Börse an sich. Doch was ist dran an dieser antiken Börsenregel?

Ist der Mai ein Renditekiller? 

Basierend auf der Regel „Sell in May and go away“ werden Anleger dazu angehalten, Wertpapiere im Mai zu verkaufen und der Börse während der Sommerzeit den Rücken zuzukehren. Dabei lässt sich diese latente Angst der Anleger nicht leicht ignorieren, denn zahlreiche Studien belegen, dass der September der schwächste Börsenmonat des Jahres ist. Lediglich der Mai weist eine ähnlich schlechte Performance auf

Allerdings sollten solche empirischen Studien stets kritisch hinterfragt werden, denn die relative Schwäche im Mai ist lediglich eine neue Erscheinung. Wird der bekannte Dow Jones seit seiner Auflegung in 1897 betrachtet, so fällt auf, dass es keine Besonderheiten im Mai gibt. Dahingegen zeigt der Dax jedoch, dass es einen statistisch günstigen Zeitpunkt zum Verkaufen gibt. Dieser liegt basierend auf der Statistik im Juli, denn im August und September konsolidieren die Kurse in der Regel. Erst der Oktober sorgt für eine Erholung

 

Erklärung für das Sommerloch bei den Dax-Kursen 

Viele Experten suchen nach Erklärungen, um dieses Phänomen zu erklären. Allerdings sind die meisten dieser Erklärungen nur wenig überzeugend. Demnach sehen Experten in den Sommermonaten ein Problem aufgrund eines geringeren Nachrichtenflusses. Zudem fehlen oftmals Dividendenprognosen, da die Berichtsaison im ersten Halbjahr stattfindet. Des Weiteren sorgt die Sommerzeit für geringere Umsätze, sodass sich Pessimismus unter den Anlegern breitmacht. 

Doch auch Einmalereignisse in der Historie haben einen Einfluss auf die Statistik. So gab es etwa die Asienkrise im Sommer des Jahres 1997, die Russlandkrise 1998, einen Börsencrash aufgrund des Terroranschlags auf die World-Trade-Center sowie die Weltwirtschaftskrise, welche durch die Lehmann-Pleite ausgelöst wurde. Diese Umstände verdeutlichen, dass insbesondere die Monate August und September eine erhöhte Volatilität aufweisen

 

Andere Börsenregel überwiegt 

Was viele Privatanleger missachten ist der Umstand, dass ein Verkauf in den Sommermonaten mit den entsprechenden Kosten einhergeht. So hat auch weiterhin die Redewendung „Hin und her macht Taschen leer“ eine Relevanz. Anleger sollten somit stets auf fundamentale Trends achten und eventuell langfristige Trends wahrnehmen.